Den Pinguinen auf der Spur

Dienstag, 28.04.2015

Hey ihr da draußen! 

Ich habe es ja bereits erwähnt, Oamaru ist tatsächlich der letzte Stopp des abenteuerlichen Teil meiner Reise. Vorerst. Und für die Endstation hätte ich mir wahrscheinlich auch keinen besseren Ort aussuchen können.

... jetzt muss ich doch grade ein Tränchen verdrücken, weil ich ganz plötzlich merke, dass ich doch gar nicht möchte,  dass es vorbeigeht, das Reisen. Dass ich Pause machen muss/will/sollte. Es macht mich wirklich wehmütig -jetzt schon- und ich bin doch irgendwie sehr melancholisch gestimmt. Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Ich bin müde, verausgabt, ein bisschen einsam und hab mich auf Auckland gefreut,  tue ich auch noch, aber irgendwie dann doch nicht...

Ich versuch's dann doch noch mal mit meinem Eintrag. In Oamaru stand ich vor der Tür des Swaggers Backpackers und drückte die Klingel, während der Hund des Hauses schon anfing verrückt zu spielen.  

Die Tür schwang auf und als Begrüßung kam mir ein 'Fuck! You didn't. You did not carry this bloody bag up the hill?!' Ein wenig perplex stand ich im Türrahmen und wusste nicht recht wo ich mich hier gerade reinmanövriert hatte. Ich wurde hereingewunken mit der Frage ob ich einen Kaffee, Tee oder nicht doch ein Glas Wein wollte. Ich sagte ich wäre mit einem Tee einverstanden und auf den Schock und den langen Weg lud mich die Dame in ihr Wohnzimmer ein und reichte mir eine Schüssel Hokey-Pokey Eis und warmen selbstgemachten Rhubarb Crumble. Der Empfang war sehr herzlich und ich fühlte mich auf Anhieb sehr willkommen. Die Frau ist wirklich großartig und 'bloody' und 'fuck' sind nun einmal Hauptbestandteile ihres Wortschatzes. Ich habe sie direkt ins Herz geschlossen. Für den Abend war ich ihr einziger Gast. Deshalb bekam ich das sonst heiß begehrte Bett mit Heizdecke umd Ausblick auf den Hafen und Altstadt.

Am Abend begleiteten mich Agra und ihre Hündin Laika hinunter zum Hafen um mich mit den Orten vertraut zu machen an denen ich die größte Chance hätte Pinguine zu sehen. Sie führte mich entlang des Hafens über einen Steg zur Altstadt durch die bei Nacht die ganzen Papa-Pinguine watscheln wuerden, um ihre Babies in den Kellern der alten Häuser zu füttern. Ihr Weg vom Wasser nach Hause kann bis zu drei Stunden dauern und das vor allem wegen dem Tourismus. Der direkte Zugang zum Wasser ist mit Zäunen abgesperrt und vor Jahren wurde hier der ursprüngliche Lebensraum der Pinguine abgebrannt um sie an ein Reservat zu binden in dem Besucher dann für deren Besichtigung zahlen müssen. Wenn du also auf einen Pinguin in Not stößt, hilf ihm. Und es gibt viele Touristen oder Locals die des Nachts Zäune einreißen, aber auch genug andere, die sich den kleinen Kerlen in den Weg stellen sodass diese verängstigt den Rückweg antreten und die jungen Vögel ihr Futter für den Tag wohl nicht mehr serviert bekommen. Von den Yellow Eyed Penguins leben in Oamaru sogar nur noch 25.

Nachdem meine kleine Führung beendet war, ging es für mich erstmal zum Groβeinkauf für die nächsten vier Tage. Natürlich Pasta. Am Abend war ich wie gesagt allein im Haus und das war zur Abwechslung mal ganz angenehm. Dann war ich fürs Pinguingucken dann allerdings zu müde und verkroch mich nach dem Essen in mein kuschlig warmes Bett.

Am nächsten Morgen steuerte ich die Public Gardens an, die zu den schönsten Parks gehören die ich hier bisher gesehen habe. Vielleicht liegt es aber auch einfach am Herbst. 

 

 Der Ort ist nicht ganz so groß, so war es kaum überraschend, dass ich auf dem Rückweg wieder auf meine Hausmutter mit Hund stieß und wir uns für einen Ausflug in den Hundepark entschieden. Anschließend landeten wir in einem kleinen Café mit himmlischem Iced Coffee, den wir uns als Takeaway mitnahmen. Zurück am Haus trennten sich unsere Wege wieder und ich schlenderte noch ein wenig durch die Gassen. 

Diese Nacht war ich dann bereit den ein oder anderen Pinguin zu finden. Meine Suche war leider erfolglos... Wieder zurück im Backpackers und wieder der einzige Gast im Haus machte ich mir einen netten Filmeabend mit der Hausherrin während Laika ihren Kopf auf meine Füße bettete und den ganzen Abend sehr anhänglich blieb sodass mein Zimmer schließlich einen Wachhund hatte und ich diesmal nicht ganz alleine war.

Der nächste Abend brachte mir einen weiteren Tag im Haus nur für mich und ein Glas Wein zum Kochen. Agra umsorgte mich großmütterlich, immerhin ist sie schon 65, versorgte mich mit warmen Decken, drehte den Heizkörper im Wohnzimmer auf und hatte immer ein Gesprächsthema parat.

Ich machte mich also wieder auf den Weg ins Dunkel. Diesmal gerüstet mit Taschenlampe und Kamera. Ich lief den Steg zweimal entlang,  folgte dem Zaun und suchte schließlich in der alten Straße. Nichts. Auch nicht im Park oder entlang des Ufers auf der anderen Stegseite. Man hört sie überall über das Rauschen der Wellen rufen, aber sie tatsächlich zu sehen ist die Herausforderung. Ich trat also wieder den Rückweg an, und da, unter einem Stein versteckt vorsichtig den Kopf reckend, saß er, mein erster Pinguin. Geduldig wartete ich auf einer Bank ein Stück weit entfernt ob er sich noch einmal heraus trauen würde aber der kleine blaue Kerl blieb im sicheren Versteck verborgen und blieb meine einzige Entdeckung für den Abend.

Der nächste Tag unterschied sich nicht groβartig von den vorherigen. Diesmal besichtigte ich ein paar der vielen Kirchen hier und besuchte den winzigen Markt hier. Der vom lokalen Fernsehsender übertragen wurde. Ich bin wirklich schon sehr häufig Kamerateams über den Weg gelaufen.ich bin dort sogar beinahe in ein Filmset gelaufen, das offensichtlich für einen historischen Film oder eine Dokumentation errichtet worden war. 

Viel los ist in dem Ort trotzdem nicht, aber es ist ein sehr liebliches Plätzchen, in dem man schon eine geraume Zeit verbringen kann. Natürlich fand ich daher jeden Abend Zeit, um nach Pinguinen Ausschau zu halten und an diesem Abend sah ich den ersten Pinguin durchs Dunkel über die Straβe flitzen. Ich hätte im Leben nicht erwartet, das die so schnell sein könnten. Aber da schoss er watschelnd mit dem Schnabel nach vorn gereckt unter den Steinen hervor auf direktem Weg in die Büsche. Unter dem selben Stein vom vorherigen Abend fand ich wieder einen Pinguin in genau der selben Haltung, als hätte er sich innerhalb des letzten Tages keinen Milimeter bewegt. Ich machte mich also wieder auf den Weg in mein warmes Bett, unnötig zu erwähnen, dass ich auch am dritten Tag der einzige Mensch in diesem Haus war. Die Saison geht eben zu ende...

Das Ergebnis meines Ausflugs am frühen Morgen...

Am Mittag des nächsten Tages, dann Menschen und dann gleich fünf Deutsche, nachdem man ein paar Tage Ruhe hatte. Ich kannte mich ja mittlerweile bestens aus und durfte mich als Tourguide versuchen. Ist auch mal ganzlustig wenn man mehr weiβ als der ganze Rest.

In dieser meiner letzten Nacht, erhöhte ich meine Pinguin-Sichtungs-Quote ein weiteres mal um 100%. Vier Pinguine und mein Aufenthalt hier hat sich definitiv gelohnt.

Strömender Regen verabschiedete mich am nächsten Morgen, als Agra mich runter zur Bushaltestelle fuhr, damit ich mir meine Würde bewahren könne. Am Ende gab es eine herzliche Umarmung und ich behalte diese Frau und diesen Ort in guter Erinnerung.

Es dauerte noch vier Stunden bis mein Bus schlieβlich anfuhr und in einer Stadt wie dieser gibt es nicht viel zu tun bei Regen, da freut man sich wenn man seinen Lesestoff nicht allzu tief im Gepäck verstaut hat. So ging es also wieder nach Christchurch, in dem komfortabelsten Bus in dem ich bisher reisen durfte. Im Celtic Backbackers kam ich dann erst um neun Uhr abends an und wurde von der Hausherrin im Schlafanzug empfangen, wurde jedoch freundlich ins Haus eingelassen.

Allerdings buchte ich mir für denFlughafentransfer ein Shuttel, weil Laufen, dazu hatte ich mich entschlossen, wollte ich dann doch nicht mehr. 

Es geht also wieder nach Auckland. Die Stadt die es mir schon ein bisschen angetan hat.

 

 

Der Eintrag kommt jetzt sehr verspätet und diesmal liegt es nicht zu hundert Prozent an mir, ich hatte aus mir schleierhaften Gründen keinen Zugang zu meinem Blog Account. Trotzdem möchte ich mich für die Verspätung entschuldigen, manche von euch wie meine Mutter etwa warten ja auf diese Eintrage. Danke dafür, dass ihr immer noch so interessiert seit und fleiβig weiterlest, das beudeutet mir viel.

Ich schreib bald wieder.

 

Dunedin, Kunst und Schokolade

Samstag, 25.04.2015

Hallo da bin ich wieder

Drei Tage Dunedin. Angekommen bin ich gefühlt kilometerweit außerhalb des Stadtkerns. Da buche ich einmal in Nähe des Informationszentums und die Busgesellschaft sucht sich eine andere Haltestelle. Nach etwa einer halben Stunde der Suche fand ich das Hostel und buchte auch gleich eine Tour durch die Schokoladenfabrik von Cadbury, eine der Attraktionen der Stadt. Und da es nun mal Schokolade ist, unbedingt notwendig. 

Natürlich musste ich mich sofort erst mal mit der Stadt vertraut machen und durfte feststellen, dass das als gar nicht so einfach darstellt. Beim ersten Erkundungsgang bin ich in dem geordneten Chaos aus kreuz und quer verlaufenden Straßen rund ums Oktagon in Stadtmitte nämlich direkt verloren gegangen. Wenn man einen Blick auf die Karte wirft, sieht das Ganze dabei gar nicht so kompliziert aus. Gelandet bin ich letztendlich in der First Church und habe mich mit den Lokals dort unterhalten. 

Irgendwie habe ich anschließend zur Railwaystation gefunden, die recht imposant ist...

 In der ganzen Stadt findet man wunderschöne Gebäude im viktorianischen und anglikanischen Stil, die Dunedin das gewisse Etwas geben. 

I like it :)

Am nächsten Tag ging es in die Cadbury Factory. Leider war gerade Reinigung angesagt, weshalb ich die Chocolatebuttons dann nicht übers Fließband hab laufen sehen, dabei werden in einem Jahr Billionen davon produziert. Pech gehabt. Dafür gab es aber jede Menge gratis Schokolade!

Abends liefen im Hostel 'König der Löwen' und 'Aladdin und die Wunderlampe'. Ein guter Ausklang für den Abend also. Richtig viel gibt es dort dann doch nicht zu machen.

Worauf ich dann zufällig in der Küche gestoßen bin war ein Stadtplan der mir meine Planung für den nächsten Tag brachte. Ich habe mich auf die Spuren der Street Art gemacht...

 

Ein echt guter Zeitvertreib wenn der Bus erst spät am Tag kommt.

Ich hatte in Dunedin auf jeden Fall meinen Spaß und habe wirklich nette Leute kennengelernt, mal wieder...

Liebe Grüße also an euch nette Menschen zu Hause. Ich nehme jetzt meine letzte Station vor Christchurch in Angriff bevor es wieder nach Auckland geht. 

Im Morgengraun nach Invercargill

Montag, 20.04.2015

Am frühen Morgen zu einem Bus rennen, ist nicht ideal. Wie es dazu kam, wie meistens eine Aneinanderreihung unglücklicher Umstände ganz nach Murphy's Gesetz;  ich glaube ich habe es schon einmal erwähnt, Planung nach Zeitplan, besonders mit Auschecken ist immer so eine Sache. 

Mein Bus stand dann glücklicherweise noch da als ich meine deutsche Tugend bereits um fünf Minuten verfehlt hatte. Zu früher Stunde gibt es dann nämlich doch immer jemanden der noch langsamer ist. Vor mir lag also meine erste Busfahrt mit Umstieg... Premiere!!! Dabei ging die Fahrt nur drei Stunden. 

Abfahrtszeit war dann Sonnenaufgang über Queenstown,  als das erste gelbe Morgenlicht auf die schneebedeckten Bergkuppen fällt...

 Bei beschlagener Fensterscheibe leider nicht mehr zu sehen für meine Handykamera... Der Sonnenuntergang jedenfalls ist noch um Längen besser,  wenn sich die kleinen Wölkchen in der Dämmerung rosa wie Zuckerwatte färben und auf dem weißen Glitzern der Berge ruhen. Jaja, jedenfalls verließ ich diesen Ort nun für einen Zwischenstopp in Invercargill.

Eher ein kurzer Aufenthalt zur Entspannung zwischendurch,  da der Ort dann doch nicht so wahnsinnig viel zu bieten hat. Aber einen Garten gibt es - hier ernennt sich ja auch jede zweite Stadt zur 'Garden City' - und einen Wasserturm gibt es. In meinem Hostel wurde ich dann mit dem Angebot überrascht mich doch anstelle eines Dormbetts im Single Bedroom einzurichten. Ohne Preisaufschlag, das hab ich dankend angenommen. Mit Schreibtisch, Kommode, eigenem HHeizkörper und gemütlichem Bett fühlte ich mich fast königlich.

Dann habe ich mich in den Park auf gemacht und mich bei schönstem Wetter in den Rosengarten gesetzt und genau, nichts gemacht. Natürlich bin ich im Anschluss noch einkaufen gegangen und habe mich dann wieder auf den Rückweg gemacht und lag ganz untypisch in diesen Tagen schon um acht im Bett. Wundervolles Kleinstadtleben...

Am nächsten Morgen, Vormittag und den größten Teil des Nachmittags hat es dann geregnet ohne Ende, dann hab ich mir eben am Abend Jacke und Handy geschnappt um noch das letzte Bisschen Stadt zu erkunden, erfolgreich...

   

Bei Abend/ Nacht ein Städtchen, das nett anzusehen ist. Das war's dann aber auch schon und so ging es für mich am nächsten Morgen weiter nach Dunedin. Da werde ich mich jetzt erstmal umschauen und melde mich dann später. 

Bis dahin :)

Milford Sound - Reise ins Nimmerland

Sonntag, 19.04.2015

Guten Morgen ihr Lieben! 

Okay, für mich ist es jetzt doch nicht mehr so früh am Morgen,  es ist elf, aber da ich erst vor einer Stunde aufgestanden bin denke ich, kann man das durchgehen lassen...

Momentan befinde ich mich in Invercargill, beim Frühstück, und das sieht um ehrlich zu sein gar nicht so schlecht aus

 Toast mit Wahl zwischen Avocado und Jam Milch und danach Tee und eine Schmerztablette...herrlich!

Warum ich heute erst um zehn wach war, obwohl ich um acht gestern schon tief und fest geschlummert habe, möchte ich auf den Schlafmangel der letzten drei Tage schieben. Queenstown ist eine der Städte wo es Backpackern wohl kkaum möglich ist ausreichend Schlaf zu finden. Dafür sind vor allem die lärmenden Menschen im eigenen Zimmer, die erst spät nachts von Gelegenheitsjobs bei McDonalds & Co nach und nach eintrudeln, und andererseits die viel zu früh angesetzten Busse verantwortlich. 

Mein Bus nach Milford Sound fuhr morgens um 7:00 schon ab, was bei einem 12 stündigen Ausflug Sinn macht, aber grausam ist, wenn das Licht im Zimmer erst um 3 Uhr morgens erlischt...                Die Reise war am Tag davor ganz schnell gebucht und dann musste ich außer Regenjacke, Mütze, Schal und Kamera kaum etwas einpacken. 

Los ging es dann mit einer zweistündigen Busfahrt nach Te Anau um unsere letzten Mitreisenden einzusammeln und einen kurzen Kaffeestop einzulegen, für die die es nötig hatten. Mir war dann so kalt,  dass ich mir im Souvenirshop dann noch ein Paar Handschuhe kaufte die, zusammen mit meiner Mütze, die wahrscheinlich beste Winterkleidung sind, die ich mir jemals zugelegt habe.

Es war eiskalt an dem Tag und als wir in den Bus stiegen fing es dann auch noch heftig an zu regnen,  was im Fjordland jedoch nicht gegen einen wunderschönen Tag spricht.                                                   Wir haben unsere Bustour dann fortgesetzt. Etwas mehr als weitere zweieinhalb Stunden Fahrt mit einigen Zwischenstopps. Da hieß es dann alle Mann raus aus dem Bus und Wandern. Der Busfahrer setzte uns bei jedem Stopp am Beginn kleiner Wanderwege ab und wir durften dann durch die Landschaft schlendern, oder bei diesem Wetter dann wohl eher durch die Pfützen waten, bis wir am Ende wieder vom Bus eingesammelt wurden.

Unser erster Stopp lag im Eglinton Valley mitten im Fjordland National Park. Der Weg führt entlang eines kleinen Sees aus dessen Tiefen sich unzählige Bäume erheben, deren Wurzeln unter Wasser schwebend in einem dichten Netz verlaufen dem Ganzen etwas Verwunschenes gaben, während sich auf der Oberfläche die Berge und Wolken spiegeln.

 

                                                       

 

Vom Regen dann größten Teils verschont, ging es wieder in den Bus und zum nächsten Halt. Ein weiterer Teil des Tals, durch das hier ein kleiner Fluss verlief, so winzig, dass man eher von einem Bach sprechen sollte. Auf Empfehlung des Busfahrers kauerten sich kurz darauf etwa dreißig Reisende ans Flussufer um mit ihren Händen Wasser zu schöpfen und davon zu kosten, denn 'Besseres Wasser findet man sonst nirgendwo in der Welt!' Und der Busfahrer muss es ja wissen... Ich glaube sogar er hat recht damit, besseres Wasser habe ich wirklich noch nicht getrunken.               Die Wolken hingen mittlerweile so tief, dass sie fast zu greifen nah schienen, wie sie so langsam und schwer durch das Tal und um die Berggippfel waberten.

Nachdem die Wasserflaschen nun wieder aufgefüllt waren ging es gleich weiter. Diesmal hielten wir am Rande eines kleinen Regenwaldes. Der Regen hatte sogar noch zugenommen und prasselte ununterbrochen auf unsere Gruppe nieder, für das was es zu sehen gab, jedoch um so besser.        Der schmale Kiesweg schwamm bereits zum größten Teil im Wasser und so tänzelte ich auf nicht komplett wasserdichten Schuhen von Insel zu Insel und bahnte mir meinen Weg durch langsame Touristen mit riesigen Regenschirmen und Farnen am Wegesrand. Der Regen lief in dicken Tropfen über die Blätter und es war als könnte man den ganzen Wald singen hören. Kleine Bachläufe wurden zu beinahe schon reißerischen Wasserfällen und der Duft von Regen und nasser Erde einfach himmlisch... 

 

Dann ging es durch einen Tunnel gehauen in massiven Fels hindurch in das Tal der tausend Wasserfälle. Seit dem Morgen schon hatte es nun ohne Unterlass geregnet. Das Wasser floss in kleinen Rinnsalen von den Bergkuppen hinunter und verflochten sich hinter den Nebelschwaden zu zierlichen bis hin zu breiten schnell fließenden Wasserfällen. Zu beiden Seiten ragten nun die mächtigen Felswände auf, zwischen denen sich unser Bus auf einem der schmalsten und gefährlichsten Highways Neuseelands, eventuell sogar der Welt, hindurchschlängelte.                     Man kann es nicht beschreiben, ich hab keine Ahnung wie ich das beschreiben soll, das muss man sehen. Wer einmal die Chance hat nach Neuseeland zu kommen und Milford Sound zu sehen, der hoffe auf schlechtes Wetter und mache sich auf den Weg und lasse sich ins Staunen versetzen.       Ich zumindest, saß höchst zufrieden und seelig lächelnd vor meiner Fensterscheibe, bis wir das Ferry-Terminal erreichten.

Da hat die ganze Meute geballter Reisegruppen dann gewartet und als dann das Törchen geöffnet wurde drängelten und rannten unsere lieben chinesischen Mitreisenden als ginge es um ihr leben und rings um mich herum vernahm ich mürrisches Gebrummel und Kommentare wie ' das ist wohl der Kulturunterschied...'

Als es dann alle auf das Boot geschafft hatten war wie zu erwarten immernoch reichlich Platz und man konnte sich auf einer der vielen Sitzbänke an den Tischen niederlassen und sich beim Mittagsbuffet aufladen, während das Schiff langsam vom Hafen ablegte. Was mich dann allerdings gewundert hat ist, dass kaum jemand sich auf das Außendeck gewagt hat. Na gut es hat geregnet, aber irgendwann auch nicht mehr all zu heftig und von innen konnte man bei den beschlagenen Scheiben nun wirklich nichts sehen und darum geht es ja eigentlich und nicht ums Essen, denke ich... Aber, umso besser für mich, so hatte ich mehr Platz zum gucken und Fotos machen.

 

Nebelverschleierte Berge und Wasserfälle so weit das Auge reicht...                       Unter dem grauen, verregneten Himmel wirkt alles irgendwie düster und mystisch und als wir aus der Bucht auf das Tasmanische Meer wagen würde es mich kaum noch wundern wenn ein Schwarm Meerjungfrauen vor uns emporsteigen würden...                      So etwa habe ich mir immer die Welt von Peter Pan und Captain Hook vorgestellt...was ein Paradies...

Die tasmanische See war dann stürmischer als gedacht und von einer Sekunde auf die andere frischte der Wind auf und schlug mir in heftigen Böen entgegen und der Schiffsbug hüpfte in gewaltigen Sprüngen über die Wellen. Auf wackeligen Beinen über den rutschigen Boden versuchte ich wieder den Rückweg ins Schiffsinnere anzutreten, als uns die nächste große Welle erwischte und ich hart mit den Knien auf das Metall aufschlug und mich auf dem Boden wiederfand. Zurück im Warmen ließ ich mich in das Sofa vorm Fenster sinken und konnte schon die blauen Flecken vom nächsten Tag spüren.

Lange hat es mich jedoch nicht drinnen gehalten. Sobald die sichere Bucht zwischen den Bergen wieder erreicht war und wir uns auf ruhigem Gewässer befanden stand ich auch schon wieder im Wind. Der Kapitän ist dann so nah wie eben möglich an den Felswänden vorbeigefahren und so bekam ich sogar eine der freilebenden Robben zu sehen und erfreute mich an den kühlen Spritzern der durch den Regen immer gewaltigeren Wasserfälle, die der Wind in mein Gesicht trug.

Ich habe meinen Tag sehr genossen und kann das wirklich jedem nur empfehlen, eventuell sogar bei Sonnenschein,  da bekommt man viel häufiger Robben und auch Delfine zu Gesicht.                 Magisch wie im Nimmerland eben... bei mir blieb es allerdings nur bei dieser einen Robbe und ich bin dennoch mehr als glücklich!  Auf der Rückfahrt habe ich dann geschlafen, hat wie gesagt auch nicht so viel geholfen, da ich meinen Bus am nächsten Morgen schon wieder um 6:50 erwischen musste. Hat ja gottseidank auch alles relativ gut hingehauen, wo wir wieder bei meinem Spätstück wären...

Damit Guten Appetit und mein wahnsinns Aufenthalt in Invercargill folgt dann natürlich im nächsten Eintrag.

Einen magischen Tag euch!

I did it! - Bungyjump & Queenstown

Donnerstag, 16.04.2015

Vorgestern Nacht bin ich im Schneegestöber hier in Queenstown angekommen. Es war dunkel und die Wolken hingen so tief, dass von der Stadt nicht wirklich viel zu sehen war der Bus war eiskalt da wurde es draußen auch nicht besser und ich musste auch noch einen Berg zu meinem Hostel hinauf, vor dem ich dann gefühlt eine halbe Stunde warten musste, da der 'night manager' auf kein Klingeln reagierte. Im Hostel war es dann aber nice and warm und dank netter Zimmerkolleginnen habe ich direkt mal den zweiten und dritten Hobbit zu sehen bekommen. In Neuseeland halt ein Muss.

Am nächsten Morgen ging es sofort in die Stadt und hat dann das Informationscenter für Bungy und Swing meine Aufmerksamkeit erregt und ich hab sofort mal den Sprung für den selben Tag gebucht. Nach einer Stunde dann auf heißen Kohlen... Bungy gecancelt! Zu windig, zu unbeständig, zumindest für den Tag. Also habe ich den Sprung auf heute verlegt und bin etwas durch die Straßen geschlendert und dann entlang des Sees mit Blick auf die schneebedeckten Berge. Obwohl die Stadt an sich schneefrei geblieben ist, ist es hier echt kalt und deshalb habe ich mir auch gleich ohne zu zögern meinen neuen Besten Freund zugelegt. Eine dunkelrote Mütze mit riesigem Bommel einfach zum verlieben, kuschlig weich und warm. Ich fühle mich praktisch in die Vorweihnachtszeit versetzt...

Alles sehr schön hier aber irgendwie auch nicht ganz so toll wie jeder meint, ist halt eher ne Stadt die vom Abenteuer drum herum lebt, daher also auch Bungy.

Heute habe ich ihn dann gewagt den Sprung. Ein Sprung aus 134m Höhe mit Kopf voran ins Ungewisse. Natürlich ist das alles sicher aber man braucht ja auch erstmal seine Zeit um sich selbst davon zu überzeugen. Zu aller erst muss man trotzdem eine halbe Stunde auf den Bus warten und hoffen,  dass es diesmal dann auch wirklich los geht,  da es nunmal Winter wird. Dann nach 30 Minuten des Wartens folgen 50 weitere Minuten Busfahrt, während manche Leute nicht aufhören zu reden und dir mitteilen wie sehr die Kapsel, gehalten von ein paar Drahtseilen mitten in der Luft, in der du nachher auf deinen Einsatz warten wirst denn wackelt. Es ist dementsprechend je nach Gemütszustand eine kleine Herausforderung. 

Schließlich am Ziel angekommen bekommt man das Geschirr angelegt und letzte Anweisungen, bevor man erneut eine Stunde warten darf bis man aufgerufen wird. In einer Gruppe von sechs Leuten ging es dann in einer offenen leicht wippenden Gondel aus dem sicheren Hafen hinaus, ganz langsam auf den Kasten zu der in mitten der Berge über dem Fluss hängt. In diesem freischwebenden Komplex angekommen darf man warten und durch ein Stück Glasboden dabei zusehen, wie immer mehr Leute am Seil baumelnd über dem Boden schweben. Ja und dann war ich an der Reihe. Es wurde noch einmal nach den genauen Umständen meiner Verletzung gefragt um mir einen komfortablen Sprung zu ermöglichen und dann wurden meine Füße auch schon zusammen gebunden und mit dem Bungyseil vertäut. Zum Abgrund darf ich dann selber Watscheln mit einer beruhigenden Hand auf dem Rücken als meine Atmung gefühlt immer flacher wird und sich in mir alles zusammen schnürt während die Worte "noch ein Stück, noch ein Stück" wie ein aufmunternder Singsang in meinen Ohren klingen. Und dann ganz plötzlich die Aufforderung zu einem letzten Foto, auf dem mein angespannter Kiefer meinem Lächeln den letzten optimistischen Schein nimmt und mein halbherzig in die Kamera gezeigtes Peace-Zeichen eher wie eine unausgesprochene Bitte wirkt und dann heißt es "3, 2, 1, Bungy!".

Ich springe nicht direkt un der ersten Sekunde, mein Blick ist an meine Füße gehäftet, auf das letzte Stück der Plattform, das mir Stand bietet. Ich weiß, dass ich genau jetzt springen muss sinst tue ich's nicht. Ich schaue auf den Berge in der Ferne, nur nicgt in den Abgrund, und dann springe ich.         Nicht elegant wie ein Turmspringer, eher wie ein Pinguin,  der versucht zu fliegen obwohl ehr genau weiß, dass er es nicht kann, tollpatschig vielleicht und wenig adrett.

Als ich falle kann ich die Grimasse des Horrors auf meinem Gesicht spüren, der kleine Teil der denkt, dass er gleich stirbt. Ich fühle nichts, nichts hält mich. Der Schock ist zu groß um zu Schreien ich glaube ich kann nicht mal denken. Und dann hänge ich im Seil und das ist der Moment in dem ich sicher bin. Erleichterung,  Fassungslosigkeit,  Staunen über die Welt auf dem Kopf, während ich auf und ab feder. Einmal, zweimal,...ich bekomm das Band zum trennen meiner Füße nicht zu fassen, es geht wieder aufwärts, mit Kopf nach unten. Den Boden wieder unter den Füßen... das war großartig! 

In Queenstown bleibe ich noch ein paar Tage, es gibt noch ein wenig zu sehen und dann folgt noch ein Eintrag, ich würde mir ja liebend gerne noch Milford Sound ansehen...

Das war dann vielleicht genug Update für einen Tag. Bis zum nächsten Mal!

The View of Views

Mittwoch, 15.04.2015

Ein Tag in Fox Glacier! Ja, meine fleißigen Leserinnen und Leser,  nur ein Zwischenstopp,  aber einer der besonderen Art! 

Ich bin ja bereits einmal die Westküste hinunter gefahren, aber das war ja quasi Sommer und es ist jetzt zwar wieder die selbe Route, mit den selben Stopps, an den selben Cafés und doch ist es ganz anders. Meine Endhaltestelle ist diesmal auch ein wenig anders, aber da die meisten Mitreisenden eben schon in Franz Josef austeigen, bekomme ich das kleine Dorf noch einmal zu sehen. Die Berfe um den Gletscher herum sind nun mit Schnee und Eis bedeckt, alles wirkt viel imposanter und in der kalten Luft so ruhig und unberührt. Als ich also noch einmal einen Blick auf den lieblichen kleinen Ort warf ärgerte ich mich fast schon,  dass ich mich dafür entschieden hatte nicht ein zweites Mal in den selben Ort zu fahren. Im Endeffekt war dieser kleine Anflug von Bedauern jedoch völlig unbegründet. Im Flur traf ich direkt wieder auf Alex, ein überaus komischer, leicht hyperaktiver und biel zu motivierter Engländer, aus meinem Hostel in Greymouth,  gute Gesellschaft trifft man eben immerhin wieder. 

Das Vierbettzimmer teilte ich mir für die Nacht nur mit Nora, eine Bremerin, die in Berlin Journalismus studiert. Das war definitiv einer der besten Abende in einem Hostel,  die ich bisher hatte. Manchmal findet man einfach einen Draht zueinander ohne sich überhaupt richtig zu kennen und das ist echt großartig. 

Am nächsten Tag hatten wir beide vor abzureisen, aber wenn Busse erst dann kommen, wenn der halbe Tag vorüber ist, dann muss man eben früh aufstehen und etwas erfinderisch werden was die Tagesplanung anbelangt. Checkliste für den Morgen also. Wecker stellen, Aufstehen (wichtiger Punkt, wird ehrlich gesagt gerne misachtet oder etwas in die Länge gezogen, aber das kennt ja jeder), sich selbst für den Tag herrichten, alles andere in den Koffer/Rucksack (wenn's nicht passt, alles raus und nochmal Packen), meistens Bett abziehen, unter Tische, Stühle,  Betten scha ob den  wirklich alles ei gepackt ist, Auschecken, Gepäck zum Lagern abgeben und los geht's.  Das alles erfordet eine gewisse Präzision und Planung und funktioniert meißtens eh nie wie man will, weil es immer einen Anti-Faktor gibt. Ist eben so.

Wir waren also auch relativ spät dran haben uns aber trotzdem auf den Weg  gemacht. Unser Ziel für den Tag: Lake Matheson. Eine Stunde entlang der Straße bis zum Carpark, bei einem netten Plausch unter Mädels aber kein Problem. Am Parkplatz angekommen,  haben wir uns dann dafür entschieden, den See gleich ganz zu umrunden. Ich denke das war richtig. 

Der Weg zum See hin führt durch einen Regenwald,  den die heftigen Regenfälle der letzten Tage noch viel lebendiger wirken lassen. Überall tropft es von den Blättern und Wasser bahnt sich seinen Weg inkkleinen Bächen die Hügel hinunter und mündet in winzige Wasserfälle,  die dem ganzen einen tropischen Klang verleihen. Nach einer halben Stunde haben wir die Hälfte des Sees umrundet und haben es zu der Kleinen Anhöhe geschafft,  the View of Views direkt vor unserer Nase.

Die schneebedeckten Spitzen von Mt Cook (dem wohl bekanntesten und höchsten Berg Neuseelands) und Mt Tasman, die zwischen den dicht bewaldeten Hügeln eines beinahe symetrischen nahezu perfekten Halbkreis in den Himmel ragen und sich auf der Wasseroberfläche des Lake Matheson spiegeln, gesäumt von herbstlich gefärbten Bäumen und Sträuchern. Und dann die Aussicht von der 'Island of Reflections'... wunderwunderwunderschön. Den Ausflug war es mehr als wert!

Auf dem Rückweg haben wir uns dann am Hitchhiken zurück in den Ort versucht und wie durch ein Wunder wurden wir tatsächlich von einer Kolonne aus Franzosen und Deutschen aufgegabelt. Diesmal lief zwar kein Hase vors Auto, dafür gerieten wir gleich in eine ganze Kuhherde. 

Der Tag war also große Klasse, ich hab deutsche Musikempfehlungen von  meinen französischen Fahrern erhalten, hab wieder was über Neuseeland gelernt, hatte einen einzigartigen Tagestrip mit wundervollen Aussicht und nicht zu vergessen meine Busfahrt. Fünf Stunden über Wanaka nach Queenstown in einem winzigen Bus für 25 Leute mit drei 60-jährigen, die mit Gitarre und Gesang für die richtige Stimmung sorgten, bis der ganze Bus dann irgendwann 'Mit Ruhe und Gemütlichkeit' aus dem Dschungelbuch in norwegischer, englischer, spanischer und deutscher Sprache erfüllt war.

I love it! Bis dahin ihr Lieben

Mit TranzAlpine von Ost nach West

Mittwoch, 15.04.2015

Hallihallohallöchen!

Da war ich wieder in Christchurch gelandet, allerdings auch nur für eine Nacht und in anderem Hostel. Angekommen bin ich abends gegen sieben. Das Einchecken ging ganz einfach und ich war müde und wollte einfach nur schlafen. Die Bettdecken musste man mieten sofern man keinen Schlafsack besaß und ich war froh, dass es jetzt sogar Sinn machen würde,  dass ich diese Form von Platzverschwendung seit Reisebeginn in meinem Rucksack mit mir rumschleppe.

Beim finalen Durchgehen meiner Organisationspläne für den morgigen Tag wurde mir dann aufeinmal schlagartig bewusst,  wie weit entfernt die örtliche Railwaystation tatsächlich war. Und was mir dann zu später Stunde nach einiger Recherche was Busverbindungen angeht, noch viel eher auf den Magen schlug, war die Tatsache,  dass es unter der Option dreimal umzusteigen,  im Dunkeln und müde vom Schlafmangel, in einer Stadt die ich nicht kenne, nicht mehr viel gab. Zur Auswahl stand also Verlaufen, Verlorengehen und Zugverpassen irgendwo um sechs in Christchurch oder Laufen nach Karte von GoogleMaps mit einem Bein, bei dem man nicht mehr wirklich auf Durchhaltevermögen setzten kann, auf einem Weg, der nach Angaben der freundlichen Rezeptionistin zu Fuß eineinhalb Stunden dauern würde.

Ich meinte zuvor ja noch ganz großspurig aus Fehlern würde man ja lernen, aber ich entschied mich dann doch wieder für den Fußweg. Fragt mich bloß nicht warum, aber das erschien mir in dem Moment als der sichere Weg... Ich brauche also kaum erwähnen,  dass ich meinen Schlafsack dann doch nicht zum Einsatz brachte,  da ich wirklich nicht früher als 5:30 aufstehen wollte umd lieber mit einem Handtuch Jacke und Schal vorlieb nahm. Morgens war ich innerhalb von 30 Minuten bereit und startete meine Reise in den Tag. Mein Orientierungssinn ist dann doch besser als ich es jeh für möglich gehalten hätte und ich erreichte den Bahnhof in etwa genau 1 1/2 Stunden. Mir blieb daher noch eine halbe Stunde für den Check-In, und dann saß ich.

Eine Stunde und die eine von sechs schönsten Zugtouren der Welt war einfach nur eine Zugtour. Städte,  Dörfer,  Weiden mit Vieh, Straßen mit lärmenden Autos neben den Schienen und das ging noch ein Stück so weiter, bis wir dann endlich in die beinahe unberührte Schönheit der alpinen Naturlandschaft eintauchen durften. Berge und Hügel soweit das Auge reicht, getrennt durch einen eisig anmutenden Fluss und nach jeder Biegung scheint sich ein anderes Bild zu ergeben. 

Die Fahrt ist, wenn man sich die Werbevideos im Vorfeld bereits anschaut eventuell ein wenig ernüchternd,  aber definitiv wunderschön, besonders wenn man im Fahrtwind des offenen Waggons steht und einen nicht mal mehr die Fensterscheibe von der Aussicht trennt. Eine Fahrt von fünf Stunden, die sich jedoch gelohnt hat. Wieder an der Westküste angekommen, bin ich wohl direkt in die Schlechtwetterfront geraten, doch mein Hostel war glücklicherweise schnell gefunden. In meinem Zimmer befanden sich bereits ein Schweizer und zwei Deutsche,  die alle wie hypnotisiert,  jeder für sich auf den eigenen Labtop starrten und mich scheinbar nichtmal registrierten.

Da es ja noch nicht einmal zwei Uhr war machte ich mich wie gesagt auf die Suche nach einem Arzt um mich professionell beraten zu lassen. Was dabei rausgekommen ist weiß wer meinen Eintrag zum 'lädierten Bein' gelesen hat.

Den restlichen Tag hab ich dann ganz entspannt musikalisch mit Tee und netten Leuten vebracht und das bis zu später Stunde, während wir dem Donnern in der Ferne und dem lauten Prasseln der Regentropfen auf dem Dach und deren Klatschen gegen die Fensterscheiben lauschten.

Am nächsten Morgen ging ich bei Sonnenschein am Fluss entlang zum Strand des Tasman Sea und erfreute mich am Rauschen der Brandung bei relativ starkem Wellengang,  bevor es sich zum Mittag hin wieder etwas zuzog, um am Abend ein ähnliches Bild wie am Vortag abzugeben.

 

Der nächste Tag war fast zu verregnet um irgendwas zu machen also habe ich einfach meiner Versicherungsunterlagen sortiert und versucht mir Vorzustellen wie ein Krankenkostenerstattungsantrag wohl aussehen mag. Das wird wohl keine meiner Lieblingsbeschäftigungen werden, zumindest nicht in naher Zukunft. 

Dann kam auch schon meine letzte Nacht in diesem wirklich überaus herzlichen Hostel mit tollem Gaatgeber, der sich sogar persönlich jeden Abend in die Küche gestellt hat um für alle Suppe zu kochen. Mein Frühstück am Morgen verbrachte ich dann mit Leuten die genau wie ich alle weiterreisen würden und da wir auch alle den selben Bus gebucht hatten, machte sich unser Trüppchen aus sechs Backpackern dann in strömendem Regen auf zur Haltestelle.

Mein nächstes Ziel heißt also Fox Glacier, ein kurzer Zwischenstopp, bevor es dann nach Queenstown geht.

Bis dahin, ich genieße jetzt vier Stunden Busfahrt :)

Kaikoura

Sonntag, 12.04.2015

Hallo meine Lieben!

Es scheint als wäre ich mit meinen Einträgen zur Zeit ein wenig in Verzug. Mittlerweile war ich nämlich schon in Kaikoura ( darum geht es heute), für einen zweiten Zwischenstopp in Christchurch und in Greymouth bis ich jetzt in Fox Glacier angekommen und morgen es schon nach Queenstown.

Aber fange ich doch bei meinem Kurzausflug nach Kaikoura an. Der Bus startete um sieben und ich durfte dafür schon relativ früh aus dem Bett,  da der Weg dann doch zwanzig Minuten dauert und man immer mindestens ne viertel Stunde früher anwesend sein muss oder sollte... Ein wenig müde dann noch im Bus, begann ich meine Fahrt entlang der Ostküste. Eine wunderschöne Route mit permanentem Blick auf die Wellen, die sich im ersten Sonnenlicht des Tages an den vielen Gesteinsformation brechen. Das war dann das erste Mal seit Längerem,  dass ich während einer kompletten Bustour auch tatsächlich wach geblieben bin.

Zweieinhalb Stunden später bin ich dann angekommen. Eingecheckt und das Gepäck verstaut, ging es an den Strand, da gab es für den Moment dann nicht so viel zu sehen. Also habe ich mich in dem Örtchen noch ein wenig umgesehen, und da das nicht ganz so groß ist blieb immer noch viel Zeit übrig.  Diese habe ich dann mit einem Spaziergang entlang des Strandes genutzt, bei dem ich feststellen musste,  dass der Trampelpfad auf dem ich mich befand irgendwie keine Abzweigung besaß, die mich zurück zur Straße hätte bringen können. Schlussendlich lief ich also über den steinigen, leicht abfallenden Strand den ganzen Weg wieder zurück. Ein sehr sehr schöner Ausblick muss ich sagen...

Endlich wieder im Hostel angekommen, ohne besondere Ereignisse am Tag, durfte ich mich mit meinem Bein herumplagen, was ich gerne meiner eigenen Dummheit zuschreibe. Sagen wir es mal so, meine Nacht war schlaflos, aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich... Deshalb habe ich mich dann zum ersten Mal zu einer Apotheke aufgerafft und mir eine Salbe geholt bevor ich dann zum Arzt gehumpelt bin, wie als handele es sich bei mir um eine besonders gebrechliche Person. Eine Frau hat sogar angehalten und gefragt ob sie mich nicht mit dem Auto irgendwo hinfahren solle. Der Arzr hat mich später allerdings zum Physiotherapeuten geschickt, der dann leider keinen Termin mehr hatte. Da ich ja eh bereits meine erste und letzte Nacht hier verbracht hatte und den Bus zurück nach Christchurch nehmen musste, wäre alles Andere auch eher unwahrscheinlich gewesen. 

Kaikoura, so kann man sagen, war ein eher unspektakuläres Reiseziel. Delfine konnte ich leider nicht sehen,  obwohl sie relativ nah am Ufer gewesen sein sollen und mein Versuch den als wunderschön angepriesenen Sonnenaufgang anzusehen, war aufgrund der Wetterlage nicht viel mehr als ein Spalt in der Wolkendecke,  ein schmaler Lichtstreifen am Horizont. Das wäre wohl wirklich imposant geworden, aber wahrscheinlich sind zwei Tage zur falschen Jahreszeit einfach zu wenig...

Bei mir ist es eben einfach nicht ganz so gut gelaufen, aber der Zug ist ja schon gebucht, da war eben nicht mehr Zeit. Schade eigentlich,  daher vielleicht ein anderes Mal. Dann buche ich mir vielleicht sogar ne Tour, zum Delfinschwimmen meine ich.

Der nächste Eintrag sollte nicht lange auf sich warten lassen. Bis dahin also :)

Apropo lädiertes Bein...

Donnerstag, 09.04.2015

Ich glaube ich hatte es vorher schon mal erwähnt, ich hab mir beim Tongariro Crossing mein Bein einganz klein wenig verletzt. Um ehrlich zu sein hab ich es erst nicht allzu ernst genommen,  ich meine ich dachte halt es wäre so ungefähr wie bei Muskelkater. Ich konnte mich nunmal nicht mehr mit dem Erklimmen von Hochbetten anfreunden aber das war es erstmal auch schon. Nach meiner Fahrradtour in Nelson tat mir eh alles weh, da war das irgendwie kein Thema mehr. Seit ich aber in Lake Tekapo angekommen war, in den Hot Pools komplett entspannt und am morgen für Sonnenaufgänge gerannt bin, kam das ganz plötzlich wieder.

Um ehrlich zu sein wird es auf lange Strecken echt anstrengend besonders mit dem schweren Backpack... da es also seit ein Tagen kaum besser eher viel schlechter wird hab ich mal von meiner Versicherung gebrauch gemacht und bin zum Doktor gegangen. Die professionelle Diagnose also ein gezerrter Muskel und zwar der, der für das Heben meines Beines zuständig ist und vom Oberschenkel überr die Leiste bis weiter hoch in die Hüfte verläuft. Sehr spannend also was meine Reisepläne betrifft. Jetzt darf ich erstmal Ibuprophen schlucken...

Dann kommt es natürlich noch besser, ich soll Physio machen... das heißt also für mich für euch mal ganz grob umrissen, ich habe noch 19 Tage um den Rest der Südinsel, mit so wenig körperlichem Aufwand wie möglich zu sehen (was das Ganze natürlich ein winzig kleines bisschen eindchränkt), bis ich dann wieder von Christchurch aus meinen Flug nach Auckland nehme. Meine Reise möchte ich nämlich nur ungern beenden, daher werde ich mich in einem etwas ruhigeren Umfeld niederlassen und mich eine Weile auskurrieren, wobei ich dann wohl doch wieder arbeiten muss weil das Geld dann auch nicht ewig reichen wird, aber ein Jobangebot habe ich schon, das dürfte dann eventuell das geringere Problem sein. Wann und ob es danach für mich noch weiter geht mache ich mal von meinem Bein abhängig. Erstmal schleppe ich mich denn mit meinem Gepäck weiter von Hostel zu Hostel und hoffe, dass es danach besser wird und dann sehe ich für eine abschließende Erkundung der Nordinsel kein Problem.

Ohr hört auf jeden Fall von mir. Gerade befinde ich mich in Greymouth,  aber dazu folgt auch noch ein Eintrag zum Ort und fantastischer Zugfahrt furch die neuseeländischen Alpen.

Bis dann :)

Farben einer zerstörten Stadt

Mittwoch, 08.04.2015

Hallo ihr Lieben! 

Nach so viel Natur hat es mich auf meiner Reise wieder in eine Stadt verschlagen. Christchurch.  Eine Stadt,  die sich nach dem Erdbeben vor vier Jahren komplett dem Wiederaufbau widmet. Risse in den Fassaden, zersplitterte Fensterscheiben,  immernoch verwüstete Cafés und Restaurants die durch Zäune und provisorische Holztwände von der Straße abgegrenzt sind. Die zerstörte Kirche steht monumental wie ein Sinnbild der Trostlosigkeit und Zerstörung im Stadtzentrum und der Staub weht durch die Straßen. Das ist auch das Bild, das Leute die schon hier waren als Rückmeldung geben.  "Die Stadt ist kein Ort an dem man länger als zwei Tage bleibt. " "Da zu Wohnen macht depressiv." und natürlich, "Es ist einfach hässlich...", habe ich zuvor immer wieder gehört; ich glaube ich hab niemanden getroffen,  dem es hier gefallen hat.

Wenn man in die Stadt hinein fährt, ist davon allerdings erst mal gar nichts zu spüren. Bei unserer Ankunft, fahren wir durch ein sehr modern anmutendes Viertel, das sogar etwas luxuriöser aussieht. Alles Neubau eben und ja man könnte es als uninteressant bezeichnen... Weiter im Stadtkern sieht man dann ertse Anzeichen der imensen Auswirkungen des Erdbebens. Auf dem Weg zu meinem Hostel laufe ich an vielen Baustellen vorbei, die gar kein Ende zu finden scheinen.

Im Hostel angekommen, falle ich erstmal auf mein Bett, der Weg war mit schwerem Rucksack und leicht lädiertem Bein dann doch laenger als gedacht... Und was für ein Bett das war! Ich habe mich definitiv sofort verliebt. Das war das gemütlichste Bett in dem ich je geschlafen habe, mein eigenes eingeschlossen, und ich meine jeder kennt den Komfort des eigenen Betts...

Gelandet bin ich in einem Twin Room für den man normalerweise ja ein kleines Backpackervermögen ausgibt, der diesmal aber nur 23 $ gekostet hat. Eine Investition die sich gelohnt hat, mit netter Mitbewohnerin inklusive. Sarah und ich haben uns am nächsten Morgen gleich mal auf eine Stadttour begeben, sie war allerdings schon das dritte Mal hier in Christchurch und wurde daher zu meinem Tourguide beordert.

Erst wurden natürlich alle wichtigen zerstörten Gebaude abgeklappert, wie zum Beispiel besagte Kirche, und dann haben wir einen kleinen Abstecher zum Empty Chairs Memorial gemacht, ein sehr schlichtes aber dennoch sehr beeindruckendes und irgendwie berührendes Denkmal für die Opfer des Erdbebens. Ein jeder Stuhl ist anders - Sessel, modern oder im Granny-Style, Bürostühle, oder solche, die aussehen als würde die Queen höchst persönlich darauf dinnieren, Rollstühle und Babysitze, Schemel und Liegestühle - ein jeder einzigartig und representativ für die Verstorbenen. Befestigt an jedem Stuhl ist eine kleine Plastikvase und man wird dazu aufgefordert, sich für ein Gebet oder nur zum Ablegen einer Blume auf einen Stuhl zu setzen, der einen anspricht. Eine Fläche voll weißer Stühle, durchaus sehr beeindruckend.

Je länger man durch die Stadt wandert wird einem die wohl dominanteste Seite des Wiederaufbaus bewusst. Überall in der Stadt findet man bunte Graffitis, bemalte Bänke und jetzt über Ostern jede menge übergroße bemalte Eier. Die Restart Mall, bestehend aus leuchtend bunten Kontainern lockert die Innennstadt auf. Wenn man am Casino vorbeiläuft scheint dieses zunächst von einer bröckelnden beschädigten Fassade gezeichnet und es dauert kurze Zeit bis wir deren besonderen Effekt als charakteristisches Motiv des ganzen Gebäudes wahrnehmen.  Es sind Silhouette von Spielkarten,  die nun mal umgedreht keinen Sinn ergeben. Cafés und Restaurants nutzen die Elemente des Wiederaufbaus zu innovativenund vor allem dekorativen Geschäftsideen, wenn mit Plastik verkleidete Baugerüste gleichzeitig zur Außenfassade mit integrierter Sitzgelegenheit und Stehtisch umfunktioniert werden. Und es gibt wirklich wirklich viele kleine Restaurants dort, die nicht wirklich trostlos erscheinen. 

Allgemein würde ich allerdings schon sagen, dass Christchurch kein Ort ist an dem ich lange bleiben würde allein schon wegen des mangelnden Angebots an Aktivitäten über den Tag, da ist die Atmosphäre gar nicht so ausschlaggebend,  nicht dass ich es als so schlimm empfunden hätte. Wenn man sich allerdings vorstellt,  dass vor vier Jahren die ganze Stadt so aussah wie der Großteil der Gebäude kann man sich den Anblick der Welt nach dem zweiten Weltkrieg dann doch schon ein bisschen eher vorstellen...

An unserem letzten Tag sind wir dann an den Strand gefahren,  sagen wir einen Versuch war es wert aber es war kalt und windig anstatt Sonne nur Wolken also ging es ein wenig durchgefroren wieder zurück und dann unter die heiße Dusche.

Das ist jetzt schon wieder ein paar Tage her, da hätte ich doch beinahe vergessen das Wichtigste zu erzählen...Ich war Zeuge einer Mondfinsternis!  Gegen zwei Uhr morgens starrten Sarah und ich gemeinsam mit Santa Claus - so hat er sich uns vorgestellt- gen Himmel und konnten hinter dem Schatten unseres Planeten einen rötlichen Mond erkennen, der sich hinter den Wolken hervorschob. Der Ire wollte uns jedenfalls par tout nicht seinen Namen nennen, aber das macht das Ereignis dann doch noch etwas magischer... Mondfinsternis mit Santa Claus :)

Damit wünsche ich euch eine sehr besondere Nacht. Bis zu nächsten Mal :)

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